Die Synagoge
Mit der Einweihung der Synagoge im neu errichteten Gebäude in der Sillgasse 15 kehrte die Israelitische Kultusgemeinde Innsbruck 1993 an ihren ehemaligen Standort zurück: von 1910 bis 1938 war sie im Stöcklgebäude an derselben Adresse untergebracht. Als Wohnsitz von Wilhelm Dannhauser, dem ersten Vorstand der Innsbrucker Kultusgemeinde, verweist dieser Standort darüberhinaus auf ihre Gründungsgeschichte, die mit dem Zuzug einer größeren Zahl jüdischer Kaufleute seit ca. 1880 begonnen hat. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Kultusgemeinde nicht nur als Organisation "zerschlagen", buchstäblich zertrümmert wurde in der Pogromnacht auch das Inventar der Synagoge.
Die neue Synagoge
Das Haus in der Straße der Sudetendeutschen 15 – so hieß die Sillgasse von 1933 bis 1945 – wurde bei einem Bombenangriff 1943 schwer beschädigt und 1965 abgebrochen. An seiner Stelle befand sich ein Parkplatz, auf dem 1981 – nach Anregung des damaligen israelischen Botschafters in Österreich, Ben-Yaakov – ein Gedenkstein enthüllt wurde, der an die Synagoge erinnerte. Der diskret plazierte, bald überwachsene Stein mit seiner der Straßenseite abgewandten Tafel war kaum zu entdecken und wurde schließlich bei der Bebauung mit dem heute bestehenden Gebäude entfernt. In diesem von Architekt Michael Prachensky entworfenen Bau ist nunmehr auch die Israelitische Kultusgemeinde untergebracht. Bereits der Eingangsbereich mit der hebräischen Inschrift "Baut mir dieses Haus und ich werde darin wohnen" und der Mesusa – die am Türpfosten angebrachte Kapsel, die ein mit einem Bibeltext versehenes Pergament enthält – verweist auf das neue Selbstbewußtsein der Kultusgemeinde, die bis dahin öffentlich kaum in Erscheinung getreten war. Der Gebetsraum ist mit naturbelassenem Marmor verkleidet und von dem erhöhten Pult (Almemor) dominiert, das Deckengewölbe zeigt den Sternenhimmel am Tag der Einweihung (21. März 1993) in Richtung Jerusalem. An der Ostwand befindet sich der Toraschrein; die Torarollen stammen aus Prag, ebenso wie die Bekleidung (Toramantel, Krone, Schild, Zeigestab, Aufsätze) aus der Zeit der Jahrhundertwende. Der Toravorhang, 1899 von Innsbrucker Frauen gestiftet, wird von Kultgegenständen flankiert, deren Gestaltung vor dem Hintergrund der Marmorsteine zur Geltung kommt. Der silberne Chanukkaleuchter ist ein Geschenk von Bischof Reinhold Stecher, der wesentlichen Anteil an dem entspannteren Verhältnis der Kirche und damit der Öffentlichkeit zur Kultusgemeinde hat. Die Witwe des letzten Innsbrucker Rabbiners, Frau Dr. Wilma Rimalt, stiftete einen neuen Toravorhang, der im Vorraum zu sehen ist.
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Die neue Synagoge
Eingang Sillgasse 15
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